Herde-Heft 24

(Mai 1977 von Wolfgang Kühner)
Vorwort
Wenn es nicht an der Nr. 24 zu ersehen wäre, so würde ich es kaum glauben , daß seit dem Erscheinen des ersten Herde-Heftes schon zwei Jahre vergangen sind. Die Zeit vergeht, ja sie verfliegt geradezu. Man ist fast geneigt anzunehmen, daß schon etwas von der bevorstehenden Zeit in unsere Tage hineinreicht. "Ich will euch die Tage verkürzen! "(Matthäus 24,22 und Markus 13,20). Wie wird es erst dann werden, wenn diese Zeit wirklich gekommen ist? Schon heute hört man täglich: "Ich habe keine Zeit!" Diese Worte werden einem besonders dann entgegengehalten, wenn man jemandem eine Neuoffenbarungsschrift zum Lesen anbietet. Und besonders auffällig ist dies bei Rentnern, die doch eigentlich nun Zeit haben müßten - und die diese Zeit nun noch dazu verwenden könnten, ihre Versäumnisse in Bezug auf das Geistige nachzuholen.
Wenn man dann darüber nachdenkt , wieso gerade diese Gruppe von Menschen so wenig Zeit hat , so kann man zumeist feststellen , daß sich viele mit allem Eifer weltlichen Geschäften oder weltlichen Vergnügungen - Fernsehen, Reisen, Hobby, Sport usw. - hingeben. Dies wäre ja weiter nicht schlimm, wenn sie wenigstens einen Teil ihrer Zeit dem Geistigen oder einem Liebedienst am Nächsten widmen würden. Aber dafür haben sie eben - wie sie selbst sagen - keine Zeit.
All dies vorhergehend gesagte soll kein Vorwurf sein, denn jeder kann ja mit seiner Zeit machen was er will. Dazu hat ihm ja unser himmlischer Vater den freien Willen gegeben, den wir auch jedem Menschen lassen sollen. Zudem ist dies ja auch nichts Neues, was ich da niederschreibe. Was ich aber damit bezwecken will, ist, daß sich jeder dies mehr bewußt macht, in welcher Zeit wir leben, und daß nicht jeder unsere Zeit als gegeben ansieht.
Gewiß, die Zeit an sich ist uns gegeben, und ein Tag von heute hat genauso 24 Stunden wie ein Tag vor 1000 oder 2000 Jahren. Was aber die Menschen heute mit diesen 24 Stunden tun, das ist es, was unsere Zeit prägt. Am Tun, am Handeln der Menschen unserer Tage, erkennen wir, daß wir schon in der Endzeit leben. Wo wurde je so viel Negatives, so viel Liebloses, so viel Gottloses, je so viel Teuflisches getan, wie in unserer Zeit?
Wenn wir die Nachrichten verfolgen, werden wir das bestätigen müssen. So wurde heute gemeldet , daß ein Prozeß gegen eine Terroristenbande in Italien nicht stattfinden kann, weil keine Geschworenen den Mut finden, sich für die Gerechtigkeit einzusetzen. Die Anhänger dieser Verbrecherbande haben gedroht, daß sie alle Geschworenen ermorden, die an diesem Prozeß beteiligt sind. So weit sind wir schon, daß aus Furcht vor Verbrechern kein Richter mehr den Mut hat, diese Verbrecher zu verurteilen. Ist es hier nicht offensichtlich, daß Satan, wie es bei Bertha Dudde angekündigt wurde, bereits dabei ist, voll seine Macht anzuwenden.
Wie lange wird noch Recht und Ordnung, soweit dies überhaupt durch Menschen möglich ist, aufrechterhalten werden können? Die Anfänge zur totalen Anarchie - die Vorstufen zur Herrschaft des Antichrist - sind bereits ersichtlich. In den höchsten, aber auch in den niedersten Stellen geschehen Gesetzeswidrigkeiten. Die Ichsucht der Menschen wird immer größer - und sie macht vor nichts halt. So sind in der letzten Zeit Briefe, die an mich gerichtet waren, bei der Post verschwunden - darunter sogar Einschreibebriefe. Wohin soll das noch alles führen?
Wenn wir nicht schon jahrelang von unserem Jesu-Vater auf diese Zeit vorbereitet worden wären, so hätte man allen Grund zu verzagen, wenn man sieht, wohin die Menschheit steuert. So aber wissen wir, daß wir stets in der Hand Jesu Christi - unseres Erlösers - geborgen sind. Wir dürfen glauben, daß Er uns bewahrt und beschützt, denn Er liebt uns - Er wird Seine Kinder erretten - Er läßt sie nicht elend verderben. Ihm gilt daher unser ewiger Dank.
W.K.