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Freitag, 24. Mai 2013, 21:11

Psalm 41 bis 71 nach Alois Lanner

Andacht



Das 2. Psalmen-Buch
Psalm 41 bis 71



Sinngemässe Übersetzung nach dem hebräischen Text
von Dr. Alois Lanner


      Psalm 41. (42.)


      Glühendes Verlangen den Herrn im Heiligtum anzubeten.

      1.   Corachitischer Psalm
      2.   Wie nach der Quelle sich der Hirsch,
            So sehnet meine Seele sich, o Gott , nach dir.
      3.   Nach dir, nach dem lebendigen Gotte sehnt sie sich,
            Zu dir zu kommen und an dir sich zu erfreuen.
      4.   Doch jetzt sind Tränen mir Bedürfnis Tag für Tag,
            Man ruft mir spottend zu: "Wo bleibt dein Gott?"
      5.   In Wehmut muss des Tages ich gedenken,
            Da mit dem Volke ich zum Heiligtume zog
            Mit Jubelliedern und im festlichen Gepränge.
      6.   Du bist so traurig, meine Seele, und betrübt?
            Vertraue auf den Herrn auch jetzt und preise ihn,
            Der Hilfe bringt und als dein guter Gott sich zeigt.
      7.   Die Wehmut fasst das Herz, gedenke ich des Tages,
            Als ich am Jordanufer, nach dem Hermon,
            Dort auf dem Hügel lag und sah,
      8.   Wie Well' auf Welle niederstürzten in das Tal.
            So trifft jetzt Schlag auf Schlag mein Haupt nach deinem Willen.
      9.   Wenn mir der Herr des Tages seine Huld erweist,
            So will ich ihm zur Nachtzeit noch ein Lied anstimmen,
            Dem Gott zu Ehren, der das Leben mir geschenkt.
      10. Du bist mein Hort, so rufe ich, verlass mich nicht,
            Dass ich in Furcht muss fliehen vor den Feinden,
      11. Bis meine Kräfte aufgerieben sind,
            Indessen mich die Feinde schmähen
            Und höhnen: "Nun, wo bleibt dein Gott?"
      12. Doch sei nicht traurig, meine Seele,
            Vertraue auf den Herrn und preise ihn,
            Er hilft dir und erweist sich als dein guter Gott.





      *************





      Psalm 42 nach Luther Bibel 1545


        1 (Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.) Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

        2 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?

        3 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

        4 Wenn ich des innewerde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.

        5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht.

        6 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.

        7 Deine Fluten rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

        8 Der HERR hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.

        9 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

        10 Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?

        11 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.





      Felix Mendelssohn Bartholdy


      Der 42. Psalm op. 42 „Wie der Hirsch schreit“ (MWV A 15)


      Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
      so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.
      Meine Seele dürstet nach Gott,
      nach dem lebendigen Gotte!
      Wann werde ich dahin kommen,
      dass ich Gottes Angesicht schaue?
      Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
      weil man täglich zu mir saget: Wo ist nun dein Gott?
      Wenn ich dess’ inne werde,
      so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst:
      Denn ich wollte gern hingehen mit dem Haufen
      und mit ihnen wallen zum Hause Gottes,
      mit Frohlocken und mit Danken
      unter dem Haufen, die da feiern.
      Was betrübst du dich, meine Seele,
      und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott!
      Denn ich werde ihm noch danken,
      dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
      Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir,
      darum gedenke ich an dich!
      Deine Fluten rauschen daher,
      dass hier eine Tiefe und dort eine Tiefe brause,
      alle deine Wasserwogen und Wellen gehn über mich.
      Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir!
      Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte,
      und des Nachts singe ich zu ihm
      und bete zu dem Gotte meines Lebens.
      Mein Gott! Betrübt ist meine Seele in mir,
      warum hast du meiner vergessen?
      Warum muss ich so traurig gehn,
      wenn mein Feind mich drängt?
      Was betrübst du dich, meine Seele,
      und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott!
      Denn ich werde ihm noch danken,
      dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
      Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels,
      von nun an bis in Ewigkeit!


      Felix Mendelssohn-Bartholdy
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42. Psalm. (43.)
Autor: Admin am Dienstag, 13. März 2012, 00:25


            Verlangen, zum Altare Gottes hinzutreten.

      1.   Psalm Davids.
            O Gott, nimm vor den bösen Menschen mich in Schutz,
            Die stets die Wahrheit und Gerechtigkeit bekämpfen!
      2.   Mein Hort und meine Zuflucht, kannst du mich verstossen?
            Soll ich verzagen, weil die Feinde mich verfolgen?
      3.   Erleuchte mich und stärke mein Vertrauen,
            Lass mich am heiligen Berge einen Wohnsitz finden.
      4.   Lass zum Altare Gottes mich gelangen,
            Zum Gotte, der der Urquell meiner Freuden ist,
            Um dir ein Loblied mit der Leier anzustimmen.
      5.   Was bist du traurig, meine Seele, und betrübt?
            Vertraue auf den Herrn und hoffe
            Auf ihn, auf unser sichres Heil, auf unsern Gott.


Etwas zu den Psalmen
Autor: Anonymous am Dienstag, 13. März 2012, 00:55

PSALMEN (BUCH).

Ein Buch, das anscheinend aus fünf Sammlungen geistlicher Lieder besteht:
1. Ps 1 bis 41; 2. 42 bis 72; 3. 73 bis 89; 4. 90 bis 106; 5. 107 bis 150.
Und jede Sammlung endet mit einem über Jehova gesprochenen Segen.

Die Psalmen waren von jeher in der gleichen Reihenfolge angeordnet und genauso numeriert wie heute. Zum Beispiel wurde der heutige „zweite Psalm“ schon im 1. Jahrhundert u. Z. so bezeichnet (Apg 13:33).

Die Poesie im Buch der Psalmen besteht aus parallelen Gedanken oder Äußerungen. (Siehe HEBRÄISCH [Hebräische Poesie].) Eine Besonderheit sind die akrostichischen oder alphabetisch angeordneten Psalmen (Ps 9, 10, 25, 34, 37, 111, 112, 119 und 145). In diesen Psalmen beginnt der erste Vers oder beginnen die ersten Verse der ersten Strophe mit dem hebräischen Buchstaben ʼáleph, der nächste Vers oder die nächsten Verse mit bēth usw., das ganze oder fast das ganze hebräische Alphabet hindurch. Diese Anordnung diente wahrscheinlich als Gedächtnisstütze. (Näheres über die Terminologie der Psalmen ist unter den Stichwörtern ALAMOTH; AUFSTIEGE; GITTITH; HIGGAJON; MAHALATH II; MASKIL; MIKTAM; MUTH-LABBEN; NECHILOTH; SCHEMINITH; SELA Nr. 4 zu finden.)

Die Überschriften am Anfang vieler Psalmen lassen den Schreiber erkennen, enthalten Hintergrundinformationen, dienen als Anweisung für die Ausführung der Musik oder weisen auf die Verwendung oder den Zweck des Psalms hin. (Siehe die Überschrift von Ps 3, 4, 5, 6, 7, 30, 38, 60, 92, 102.) Manchmal enthalten die Überschriften Hinweise auf andere Bibeltexte, die einen bestimmten Psalm näher beleuchten. (Vgl. Ps 51 mit 2Sa 11:2-15; 12:1-14.) Da andere poetische Teile der Bibel oft auf ähnliche Weise eingeführt werden (2Mo 15:1; 5Mo 31:30; 33:1; Ri 5:1; vgl. 2Sa 22:1 mit der Überschrift von Ps 18), vermutet man, daß die Überschriften entweder von denen stammen, die die Psalmen geschrieben, oder von denen, die sie gesammelt haben. Dieser Gedanke wird dadurch erhärtet, daß schon in der Zeit, in der die Psalmenrollen vom Toten Meer geschrieben wurden (sie datieren aus der Zeit zwischen 30 und 50 u. Z.), die Überschriften zum Haupttext gehörten.

Von den 150 Psalmen stammen gemäß den Überschriften 73 von David, 11 von den Söhnen Korahs (bei einem [Ps 88] wird auch Heman erwähnt), 12 von Asaph (offensichtlich ist das Haus Asaphs gemeint; siehe ASAPH Nr. 1), einer von Moses, einer von Salomo und einer von Ethan, dem Esrachiter. Psalm 72 handelt „über Salomo“ und wurde offensichtlich von David geschrieben (siehe Ps 72:20). Aus Apostelgeschichte 4:25 und Hebräer 4:7 geht hervor, daß Psalm 2 und Psalm 95 ebenfalls von David geschrieben wurden.

Psalm 10 scheint die Fortsetzung von Psalm 9 zu sein, Psalm 43 von Psalm 42, Psalm 71 von Psalm 70 und Psalm 91 von Psalm 90. Deshalb können Psalm 10 und Psalm 71 David zugeschrieben werden, Psalm 43 den Söhnen Korahs und Psalm 91 Moses. Gewisse Anzeichen sprechen dafür, daß der 119. Psalm von dem jungen Prinzen Hiskia geschrieben wurde. (Man beachte Ps 119:9, 10, 23, 46, 99, 100.) Bei über 40 Psalmen wird der Name des Verfassers weder genannt noch angedeutet.

Psalm 42 und 43 ist also eigentlich ein Doppelpsalm, der zusammengehört. Man beachte den Refrain 42,6.12 und 43,5 und das Fehlen der Angaben in Psalm 43,1.

Numerierung der Psalmen
Autor: Anonymous am Dienstag, 13. März 2012, 01:27

Nummerierung der Psalmen

Im Psalmenbuch folgt die Kapiteleinteilung den einzelnen Psalmen und ist daher ursprünglich. Darin unterscheidet sich das Buch von allen anderen Büchern der Bibel, wo die Einteilung in Kapitel erst im Mittelalter erfolgte. Die Einteilung in Verse kam mit dem Buchdruck im Gefolge von Robert Estienne auf, folgt aber größtenteils der natürlichen Verseinteilung der poetischen Texte.

Die Nummerierung der Psalmen unterscheidet sich geringfügig zwischen dem hebräischen Text in der masoretischen Textfassung einerseits und den Übersetzungen der griechischen Septuaginta und der darauf beruhenden lateinischen Vulgata andererseits. Evangelische Bibeln zählen wie der Urtext, den Luther für seine Übersetzung verwendete. Ältere katholische Bibeln verwendeten die Zählung der Septuaginta bzw. Vulgata. Die in der katholischen Kirche jetzt verwendete lateinische Bibelausgabe, die 1979 herausgegebene Nova Vulgata, folgt der Nummerierung des masoretischen Texts. Daher muss man bei Verweisen auf Psalmen darauf achten, auf welche der beiden Nummerierungen sich ein Verweis bezieht. Oft werden die Psalmnummern in der Form Ps 51(50) angegeben. Die höhere Nummer bezieht sich dabei auf die vorlaufende hebräische Zählung.

43. Psalm. (44.)
Autor: Admin am Freitag, 16. März 2012, 23:52


            O Herr, erbarme dich deines Volkes.

      1.   Corachitisches Lied.
      2.   O Gott, von unsern Vätern hörten wir erzählen,
            Was du in ihren Tagen hast gewirkt;
      3.   Wie deine Hand die andern Völker weggetrieben
            Und unsern Vätern einen Wohnsitz angewiesen;
            Wie du dann andre Stämme niederwarfst,
            Den unsern aber deinen Schutz verliehen.
      4.   Nicht mit dem Schwert allein bezwangen sie das Land,
            Nicht ihres Armes Kraft errang den Sieg,
            Denn deine Rechte griff auch ein und deine Gunst,
            Weil du uns gnädig warst.
      5.   Du selbst, o Gott, bist unser König,
            Drum sende Hilfe jetzt den Stämmen Jakobs.
      6.   Um deinetwillen widerstehen wir dem Angriff,
            Und nur in deinem Namen werfen wir die Feinde.
      7.   Nicht auf des Bogens Kraft vertrauen wir,
            Und nicht des Schwertes Schärfe gibt uns Zuversicht,
      8.   Du bist es, der uns rettet aus der Not,
            Und der zuschanden werden lässt, die uns verfolgen.
      9.   Nur Gott lasst uns die Ehre geben
            Und seinen Namen preisen ewiglich.
      10. Jedoch du hast uns auch gezüchtigt und gestraft,
            Du zogst nicht immer helfend aus mit unsern Kriegern.
      11. Du liessest zu, dass wir vom Feind geschlagen wurden,
            Dass er von unserm Hab und Gut sich Beute machte.
      12. Wie Schafe triebst du uns zur Schlachtbank hin
            Und liessest uns zersprengen unter alle Heiden.
      13. Um einen Spottpreis gabst du uns den Feinden hin,
            Als ob wir nichts mehr bei dir gelten würden.
      14. Zum Spotte unsrer Nachbarn liessest du uns werden,
            Und dem Gelächter gabest du uns preis.
      15. Die Heiden haben uns verspottet,
            Und Fremde, seht, verwundert schütteln sie das Haupt.
      16. Die Schmach der Sünde schwebt mir stets vor Augen,
            Und sie bedeckt mit Scham mein Angesicht.
      17. An sie erinnern mich die Leiden, die ich trage,
            Der Blick der Feinde, der Verfolger Hass.
      18. Das nahmen alles wir auf uns,
            Und dennoch haben wir dich nicht vergessen,
            Wir hielten fest an dem mit dir geschlossnen Bund.
      19. Selbst in der Not verzagten unsre Herzen nicht,
            Und unsre Schritte wichen nicht von deinen Wegen.
      20. Du gabst uns preis den wilden Tieren,
            Dass schon auf uns des Todes kalte Schatten fielen.
      21. Wenn unsres Gottes wir nicht mehr gedachten,
            Und unsre Hände wir vor Götzen falteten,
      22. Gott wüsste es,
            Er, der ja jede Herzensregung kennt.
      23. Wir haben stets für dich das Leben eingesetzt,
            Als wären für die Schlachtbank wir bestimmt.
      24. Erheben dich und zögre nicht, als ob du schliefest,
            Steh auf der Wacht und lass uns nicht verloren gehen!
      25. Warum doch kehrest du dein Antilitz ab von uns,
            Als ob du unser in der Not vergessen wolltest?
      26. Sieh, wie wir in den Staub gesunken sind,
            Wie wir zertreten schon am Boden liegen!
      27. Erhebe dich, o Herr, und bringe uns
            Um deiner Gnade willen bald Erlösung.