Psalm 41 bis 71 nach Alois Lanner


Das 2. Psalmen-Buch
Psalm 41 bis 71
Sinngemässe Übersetzung nach dem hebräischen Text
von Dr. Alois Lanner
Psalm 41. (42.)
Glühendes Verlangen den Herrn im Heiligtum anzubeten.
1. Corachitischer Psalm
2. Wie nach der Quelle sich der Hirsch,
So sehnet meine Seele sich, o Gott , nach dir.
3. Nach dir, nach dem lebendigen Gotte sehnt sie sich,
Zu dir zu kommen und an dir sich zu erfreuen.
4. Doch jetzt sind Tränen mir Bedürfnis Tag für Tag,
Man ruft mir spottend zu: "Wo bleibt dein Gott?"
5. In Wehmut muss des Tages ich gedenken,
Da mit dem Volke ich zum Heiligtume zog
Mit Jubelliedern und im festlichen Gepränge.
6. Du bist so traurig, meine Seele, und betrübt?
Vertraue auf den Herrn auch jetzt und preise ihn,
Der Hilfe bringt und als dein guter Gott sich zeigt.
7. Die Wehmut fasst das Herz, gedenke ich des Tages,
Als ich am Jordanufer, nach dem Hermon,
Dort auf dem Hügel lag und sah,
8. Wie Well' auf Welle niederstürzten in das Tal.
So trifft jetzt Schlag auf Schlag mein Haupt nach deinem Willen.
9. Wenn mir der Herr des Tages seine Huld erweist,
So will ich ihm zur Nachtzeit noch ein Lied anstimmen,
Dem Gott zu Ehren, der das Leben mir geschenkt.
10. Du bist mein Hort, so rufe ich, verlass mich nicht,
Dass ich in Furcht muss fliehen vor den Feinden,
11. Bis meine Kräfte aufgerieben sind,
Indessen mich die Feinde schmähen
Und höhnen: "Nun, wo bleibt dein Gott?"
12. Doch sei nicht traurig, meine Seele,
Vertraue auf den Herrn und preise ihn,
Er hilft dir und erweist sich als dein guter Gott.
Psalm 42 nach Luther Bibel 1545
1 (Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.) Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
2 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?
3 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
4 Wenn ich des innewerde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.
5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht.
6 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.
7 Deine Fluten rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
8 Der HERR hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
9 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
10 Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
11 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Felix Mendelssohn Bartholdy
Der 42. Psalm op. 42 „Wie der Hirsch schreit“ (MWV A 15)
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.
Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gotte!
Wann werde ich dahin kommen,
dass ich Gottes Angesicht schaue?
Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
weil man täglich zu mir saget: Wo ist nun dein Gott?
Wenn ich dess’ inne werde,
so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst:
Denn ich wollte gern hingehen mit dem Haufen
und mit ihnen wallen zum Hause Gottes,
mit Frohlocken und mit Danken
unter dem Haufen, die da feiern.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott!
Denn ich werde ihm noch danken,
dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir,
darum gedenke ich an dich!
Deine Fluten rauschen daher,
dass hier eine Tiefe und dort eine Tiefe brause,
alle deine Wasserwogen und Wellen gehn über mich.
Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir!
Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte,
und des Nachts singe ich zu ihm
und bete zu dem Gotte meines Lebens.
Mein Gott! Betrübt ist meine Seele in mir,
warum hast du meiner vergessen?
Warum muss ich so traurig gehn,
wenn mein Feind mich drängt?
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott!
Denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels,
von nun an bis in Ewigkeit!